Mögen wir ein Glas weihen in jenem Moment eben der rastlosen Arbeit, wie sie auch in diesem Ringen des Forschergeistes um die Kometenfrage so denkwürdig zum Ausdruck kommt.

Schließlich ist es doch diese Arbeit selbst, die auch in die dunkelsten Träume eines physikalischen Weltuntergangs den letzten Trost bringen würde.

Denken wir uns, daß ein solcher Untergang in unendlichen Fernen der Zeit, in Billionen oder Trillionen von Jahren, einmal eintreten könnte; nicht durch einen Kometen; aber vielleicht weil die Sonne in ihrem Lauf endlich den ungeheuren Raum doch durchmessen hätte, der sie heute von den nächsten Fixsternen trennt, und einen Zusammenstoß dort erlebte. Wenn wir sehen, was menschliche Geistesarbeit heute schon geleistet hat, so ließe sich, bei gleicher Weiterarbeit, wohl die Frage aufwerfen, was für Intelligenzwesen in jener fernen Zeit unsern Planeten oder unser ganzes System bewohnen würden, Wesen, die aus uns geworden wären, wie wir einst aus Amöben des Urstrandes uns heraufentwickelt haben, aber Wesen, deren Intelligenz und Technik so hoch über unserer heutigen ständen, wie ein Mensch heute über der Amöbe steht. Und es ließe sich fragen, ob diesen fernen Wesen ein solcher Zusammenstoß noch gefährlich werden könnte; ob sie nicht wirklich längst in realer Erfüllung jenes Wallaceschen Märchens vorher Mittel und Wege gefunden hätten, sich, wie vor der Erkaltung dieser Sonne, so auch vor ihrem berechneten Zusammenstoß irgend sonst wohin im All in Sicherheit zu bringen.

Der Gedanke läßt sich aber noch steigern. Sollte solche Möglichkeit nicht gegeben sein oder sollte lange vorher schon die Schicksalsparze den Sonnenfaden oder Erdenfaden abschneiden: auch dann hat die Idee der rastlosen Arbeit etwas Befreiendes.

Wohl wäre unsere Arbeit zunächst zu Ende. Aber nicht die Arbeit der Entwicklung. Aus dem eingestampften, vielleicht wieder zum Nebelfleck verflüchtigten System würde neue rastlos wühlende Naturarbeit sich von neuem stufenweise emporringen, wieder bis zu Leben, bis zu Intelligenz. Und vielleicht würde dieses neue System auf sichereren Verträgen inmitten einer abermals gereinigteren Auslese des Harmonischeren, Passenderen, Angepaßteren beruhen und so eine längere Entwicklungsdauer haben als unseres.

Auch der wildeste Götterdämmerungstraum der Sage schloß immer wieder mit diesem ganz fernen, ganz blassen, aber doch wieder lichteren Bilde. Aus der Asche des Weltenbrandes stieg endlich, endlich doch wieder eine grüne Wiese, wo neue Götter, neue Menschen, gereinigt von der alten Schuld, die goldenen Kugeln wieder fanden und weiterspielten. Auch dem Blick des Naturforschers müßten sich die goldenen Kugeln im All immer wieder fügen aus jedem Zusammenbruch.

Denn das Naturgesetz und die Logik der Werdearbeit stürben in keinem dieser Brände mit.

Und auch ihm bleibt der große Gedanke Darwins, auf alles Kosmische erhöht, daß jeder Einsturz nur eine Stufe der Unvollkommenheit beseitigt, herausreinigt aus der unablässig wachsenden Allgemeinbalance, Allgemeinanpassung, Allgemeinharmonie.