Essaybände von Wilhelm Bölsche. Wille. Emerson
W. Bölsche, Hinter der Weltstadt. Friedrichshagener Gedanken zur ästhetischen Kultur. 4. Taus. br. M. 5.–, geb. M. 6.–
Deutsche Rundschau: Dieser Band gesammelter Aufsätze und Betrachtungen beschäftigt sich mit bedeutenden Männern und Erscheinungen des 19. Jahrhunderts, in dem sichtlichen Bestreben, aus der gesamten Natur- und Geisteswissenschaft dasjenige herauszustellen, was für das 20. Jahrhundert noch fortwirkende und vielleicht neu begründende Kraft haben dürfte. Das, worauf der Autor über ähnliche Bestrebungen weg hinaus will, bezeichnet er als ästhetische Kultur. Ein Zug von Nichtbefriedigtsein mit der Gegenwart, aber auch von Unverzagtsein der Zukunft gegenüber geht durch die aus diesem Buche zu uns sprechende Weltanschauung. Der Autor hat sich, wie er im Vorwort erzählt, aus dem Lärm der Hauptstadt Berlin in die Ruhe des weit draußen gelegenen Vorortes Friedrichshagen geflüchtet und überschaut nun von da aus auf seine Weise die Erträge des abgelaufenen Jahrhunderts. Er beginnt mit Novalis und endet die Reihe mit Fechner, den er gleichsam als naturwissenschaftliche und naturphilosophische Ergänzung des Dichters Novalis betrachtet. Dazwischen erscheinen Fontane, Heine, die Gebrüder Hart, Gerhart Hauptmann, Herman Grimm und die Ebner-Eschenbach. Seine März-Träumerei und der, wie mir scheint, sehr bemerkenswerte Aufsatz über die Freien Universitäten zeigen Bölsche in Ideen lebend, die weit verschieden von denen waren, welche ein Teil der von ihm behandelten Männer vertrat. Reicher Inhalt und anregende Kraft wohnen den »Friedrichshagener Gedanken« inne.
Bruno Wille, Offenbarungen des Wacholderbaums. Roman eines Allsehers. 5. Tausend. 2 Bände. br. M. 8.–, geb. M. 10.–
Friedr. Paulsen: In Goethe waren Philosophie und Poesie eins, ihn verehrt darum auch unser Verfasser als seinen Schutzpatron. Ich erblicke in dieser Dichtung ein Anzeichen, daß die neue Fechnersche Naturphilosophie, wie sie mit der mathematischen Naturwissenschaft in enger Beziehung steht, so auch mehr ein dauerndes Bündnis zwischen Philosophie und Poesie bedeutet, als die alte, dem Namen nach spekulative, dem Wesen nach logisch-schematische Naturphilosophie.
Ralph Waldo Emerson, Natur und Geist. 2. Tausend. br. M. 3.–, geb. M. 4.–
Pädagogisches Jahrbuch: Emerson will, daß wir »uns die Freuden eines ursprünglichen Verkehrs mit dem Universum sichern«, er möchte uns zum inneren Schauen verhelfen, und das innere Auge für die Natur öffnen. Überall wird hinter der Natur und durch die Natur der Geist, das eigentlich Schöpferische, sichtbar. Mit reichem Tatsachenmaterial sucht er die Zusammenhänge zwischen realen Dingen und menschlichen Gedanken, die unmittelbare Abhängigkeit der urwüchsigen Sprache von der Natur, die Umbildung der Lebenserscheinungen draußen zu Typen des inneren Erlebens nachzuweisen.
Neue naturwissenschaftlich-philosophische Anschauungen
Georg Rothe, Die Wünschelrute. Historisch-theoretische Studie. br. M. 2.–, geb. M. 2.80