So ist es begreiflich, dass die Aegypter bis zu Nechos Zeit zu Koloniegründung und ausgedehnteren kaufmännischen Beziehungen nicht gekommen waren, und wenn auch schon Sethos und sein Sohn Ramses II. daran gedacht hatten, um des Handels willen, der auf dem rothen Meere getrieben wurde, einen Kanal von hier aus zum Nil zu graben[116], so dürfen wir daraus doch nicht schliessen, dass dieser ägyptische Handel sich weiter als an die Afrika gegenüber liegende Küste Arabiens erstreckt hätte. Der Aegypter zog nicht gern ausser Landes, und was von solchen Expeditionen – auch kriegerischen – die Sage erzählt, ist mit grosser Vorsicht aufzunehmen; es ist nicht wahrscheinlich, dass über das Amanosgebirge und den Euphrat jemals ägyptische Heere vorgedrungen sind[117]. Ja, so stark war der Aegypter in heimathlichen Anschauungen befangen, und so sehr legte er die Verhältnisse seines Landes als Massstab auch an die fremden an, dass ein ägyptisches Heer, als König Thutmosis I. auf seinem syrischen Feldzuge bis an den Euphrat gedrungen war, sich wunderte, dass dieser Fluss in umgekehrter Richtung floss, wie der Nil[118]. Und das war doch schon nach der Vertreibung des Hyksos! Man kann sich denken, wie einem Volke, dem die Verhältnisse daheim in dieser Weise massgebend waren, das Verlangen nach Erwerbung überseeischer Landstriche, der doch Phönizier und Griechen mit grossem Eifer oblagen, nicht kommen konnte, und so erklärt sich denn leicht die Erscheinung, dass trotz der vielen Handelsreisen, welche die Aegypter schon in ältester Zeit nach dem produktenreichen Lande Punt zu beiden Seiten Bab-el-Mandebs[119] zur Beschaffung nothwendiger Bedürfnisse unternahmen, und trotz der Erneuerung dieser Fahrten ums Jahr 1400 v. Chr. unter der Königin Hatasu – auch Hatschepsut genannt – im grossen Stil dieses Gebiet niemals von ihnen annektirt worden ist[120]. Was sonst von grossen Seeunternehmungen – z. B. zur Zeit des Sesostris – erzählt wird, der mit einer gewaltigen Flotte durch das erythräische Meer nach Indien hin bis an den Ganges gefahren sein soll[121], ist sicher in das Gebiet der Sage zu verweisen[122], und die Versuche, die historische Wahrheit derselben aufrecht zu erhalten müssen, nachdem jener König als Fabelwesen erkannt ist, für gescheitert gelten[123].

Es wird kaum nöthig sein, nach dieser Schilderung noch besonders darauf hinzuweisen, dass die Aegypter zur See nicht tüchtig sein konnten und keineswegs im Stande waren, ein Material an Matrosen zu stellen, wie es Necho zur Verwirklichung seiner weit ausschauenden Pläne bedurfte. Die Gleichgültigkeit seines Volkes gegen das Meer und alles, was damit zusammenhing, ging so weit, dass es nicht einmal eine Gottheit desselben kannte, wie etwa die Griechen ihren Poseidon[124], und in wie hohem Grade die Salzfluth den Priestern, die wir als die Inkarnation altägyptischer Anschauungen betrachten dürfen, ein Gegenstand des Abscheus war, erkennen wir daraus, dass sie es vermieden, mit Schiffern zu reden, da diese jener ihren Lebensunterhalt verdankten[125]. So kann es uns nicht wundern, wenn wir bei Herodot lesen[126], dass die Aegypter die Produkte ihres Landes nicht selbst ausführten, sondern den Vertrieb derselben den Phöniziern überliessen; durch Kombination werden wir allenfalls hinzufügen dürfen, dass diese sich in das Geschäft mit den im Delta ansässigen Griechen getheilt haben mögen. Mit Recht sagt daher Bougainville[127]: „Les Égyptiens n’etaient pas gens de mer“, und es wird bei der vorstehenden Charakteristik begreiflich erscheinen, wenn sie, wie oben gezeigt, erst sehr spät – eben unter Necho[128] – in den Besitz einer Kriegsflotte kamen. Dass sie nachher als tüchtige Seeleute hingestellt werden, ändert an diesem Urtheil gar nichts[129]. Herodot erzählt, sie hätten dem Xerxes auf seinem Zuge nach Griechenland 200 Schiffe gestellt, und nach demselben Berichterstatter[130] zeichnen sie sich in einem der Treffen bei Artemisium sogar besonders aus. Der Druck des fremden Despotenthums wird eben, nachdem er sie zu anderen Zugeständnissen genöthigt hatte, wie den Verlust ihrer Selbständigkeit, so auch den ihres eigenthümlichen nationalen Wesens herbeigeführt und sie aufs Meer gezwungen haben, das sie früher mieden; die im Delta ansässigen Phönizier und Griechen mögen ihnen aber Lehrmeister der Schifffahrt gewesen sein. So lernen wir das Urtheil Bougainvilles über eine spätere Zeit verstehen, welches lautet[131]: „Le commerce et la navigation ne fleurirent en Égypte que sous les Ptolémées, et les Égyptiens y avaient beaucoup moins de part que les Grecs d’Alexandrie“. Unter diesen Umständen kann ich nicht, wie Mannert[132] es thut, etwas Auffälliges darin sehen, dass Necho die Ausführung seines grossartigen Planes Ausländern übertrug; im Gegentheil, Aegypter zu verwenden, wo er die seekundigsten Leute zur Verfügung hatte, wäre eine arge Thorheit gewesen. Er war hinsichtlich der Bemannung der Schiffe, die zu einem so gefahrvollen Unternehmen auslaufen sollten, genau in der Lage wie Salomo bei seinen Ophirfahrten; beider Fürsten Völker waren nicht im Stande, Reisen, wie die Herrscher sie wünschten, mit Aussicht auf Erfolg zu machen, und so mussten diese Phönizier fahren lassen.

Seemännische Tüchtigkeit der Phönizier.

Und wenn es Männer gab, die einer solchen Aufgabe gewachsen sein mochten, so waren sie es. Kein Land war geeigneter, ein Volk zur Seefahrt zu erziehen, als ihre Heimath, der schmale Küstensaum Syriens mit seinen trefflichen Buchten, mit den Cedern und Cypressen des Libanon, die ein Material zum Schiffsbau lieferten, wie es besser kaum gefunden werden konnte, und mit seinem wenig ergiebigen Boden, der den Menschen seit den ältesten Zeiten gelehrt hatte, seine Blicke auf das Meer zu richten, das hier in nächster Nähe die hafenreichen Küsten dreier Erdtheile umfluthete. Daher erfreuten sich die vielen Städte dieses Gestades, von denen man im benachbarten Aegypten sagte, sie seien reicher an Fischen als an Sand, hoher Blüthe, und Sidon, Tyrus, Berytus, Tripolis u. a. bildeten, in ihrer besten Zeit frei von jeder fürstlichen Herrschaft, einen seemächtigen Bund, eine Hansa des Alterthums, welche mehr und mehr mit der See verwuchs, die vor ihren Thoren brandete. Kein Wunder, wenn in einem solchen Lande ein Volk erstand, dem wir die hervorragendsten Entdeckungen des Alterthums verdanken. Schon den Knaben, welche in diesen Küstenstädten das Licht der Welt erblickten, galt das Meer als zweite Heimath; so kannten sie, zu Männern herangereift, nicht nur alle Tücken, durch welche die bösen Geister der Luft und des Wassers die Schiffer zu necken und zu ängstigen pflegen, nein, sie verstanden auch – wohl unter allen Sterblichen die ersten – die Kunst gegen den Wind zu segeln[133]. Zunächst befuhren sie die Gestade des Mittelmeeres und gründeten hier Kolonieen und Handelsfaktoreien; die Küsten Siziliens und Sardiniens, die Balearen gehörten ihnen, in Afrika hatten sie Niederlassungen, und von der Pomündung holten sie den Bernstein, der auf uralten Handelsstrassen von Preussen über die Alpen hierhergebracht wurde. Nachdem sie so das heimische Gewässer nach allen Richtungen hin gekreuzt, genügte ihnen dieses rings umschlossene Becken nicht mehr; kühn segelten sie durch die Säulen des Herakles hinaus in den weiten atlantischen Ozean und landeten an der Küste von Tarschisch im südwestlichen Spanien[134]. Hier erbauten sie als ältesten Hafen Gadir, das heutige Cadiz, wahrscheinlich schon ums Jahr 1100 v. Chr.[135]. Ohne Rast und Ruhe aber, wie sie waren, ein echtes Handelsvolk, trieb es sie noch weiter in das unermessliche Weltmeer hinaus, und es liegt kein Grund vor, an der Nachricht Strabos zu zweifeln, dass sie von Britannien – genauer von den Scilly-Inseln vor der britischen Küste – Zinn geholt haben[136]. Doch selbst diese erweiterte Reise genügte ihnen nicht; sie schlugen noch eine andere Richtung ein und haben jedenfalls schon in sehr früher Zeit auch in das rothe Meer ihre Ruder getaucht, und zwar zunächst wohl auf ihren viel besprochenen Fahrten nach Ophir. Als sicher darf betrachtet werden, dass diese schon ums Jahr 1000 v. Chr. stattgefunden, weniger fest steht, was wir uns denn unter Ophir eigentlich zu denken haben. Die einen versetzen es nach Indien[137], andere nach Ostafrika, Madagaskar gegenüber[138] oder weiter nördlich ins Somaliland[139], und nach einer dritten Ansicht ist es im südwestlichen Arabien, in Jemen, zu suchen, wo in den ältesten Zeiten der Geschichte der Mittelpunkt für den indisch-äthiopisch-ägyptisch-arabisch-phönikischen Handel war[140]. Von einer Seite ist sogar die Entdeckungsfahrt Nechos als eine Reise nach Ophir angesehen worden[141]. Es kann natürlich nicht die Absicht des Verfassers dieser Abhandlung sein, in eine selbständige Untersuchung über die Frage einzutreten, wo Ophir gelegen haben mag, sie würde weit von unserm Thema abführen; die meisten kompetenten Beurtheiler haben sich allmählich wohl dahin geeinigt, dass es in der That in Jemen oder einem der andern Küstenländer in der Nähe von Bab-el-Mandeb zu suchen sei, eine Vermuthung, die wir theilen. Zwar sagt die heilige Schrift: „Das Meerschiff des Königs Salomo, das auf dem Meere mit dem Schiffe Hirams fuhr, kam in dreien Jahren einmal“[142], und man hat geglaubt, das Land Ophir deshalb in grösserer Entfernung vom Nordende des rothen Meeres, dem Ausgangspunkte dieser Expeditionen, suchen zu müssen; wenn man aber erwägt, dass die Schiffer auf diesen Fahrten gewiss sehr häufig anlegten, ans Land gingen und ausgiebigen Tauschhandel mit den Eingeborenen, vielleicht auch den weiter im Innern wohnenden, trieben, wird man an der langen Abwesenheit keinen Anstoss mehr nehmen. Kaum zu bezweifeln dürfte aber sein, dass die Phönizier auch bei Bab-el-Mandeb nicht Halt machten, sondern lange vor Necho durch diese Strasse hindurch in den indischen Ozean hineinsegelten, zwar nicht an der afrikanischen Küste entlang, aber, links umbiegend, an dem südlichen Gestade Vorderasiens hin; denn mit dem Verwerfen der Annahme, Ophir habe in Indien gelegen, soll keineswegs die Behauptung ausgesprochen sein, die Phönizier hätten dieses Land auf ihren Fahrten nicht berührt. Im Gegentheil, es ist sehr wahrscheinlich, dass sie bis hierhin gelangt sind. Indische Kaufleute fuhren früh, wie Lassen[143] nachweist, von ihrer Heimath nach Arabia felix, um hier die Produkte ihres Landes abzusetzen; scheint es da nicht nach allem, was wir sonst über die Phönizier wissen, schon von vornherein in hohem Grade glaubhaft, dass sie, den Spuren dieser Händler folgend, nach Indien gesegelt seien, um die Waren an Ort und Stelle zu kaufen? Wenn sie – Küstenfahrt vorausgesetzt – bei der Strasse von Ormus nach Persien hinübergingen und so den persischen Meerbusen abschnitten, war der Weg von Jemen nach Indien nicht annähernd so weit wie der von Phönizien nach den Kassiteriden. Ein präziser Beweis für diese phönizischen Reisen nach Indien ist zwar nicht zu erbringen und die Thatsache selbst darum viel angezweifelt worden; es liegt aber kein Grund vor zu der Annahme, dass dieselben Männer, welche die westliche Pforte der Mittelmeerwelt so bald durchsegelten, an der östlichen zaghaft Halt gemacht haben sollten. Dies ist um so weniger wahrscheinlich, als wir wissen, dass die Sabäer im südwestlichen Arabien schon in sehr alten Zeiten Seeverkehr mit Indien hatten; sie konnten die Phönizier über den Weg belehren oder ihnen als Führer dienen. Auch Lassen zieht diese Fahrten durchaus nicht in Zweifel, wenn sie ihm auch bei seinem Standpunkt in der Ophirfrage als Reisen in jenes Land gelten[144]. Man braucht ja nicht gleich anzunehmen, wie Grotefend dies thut[145], dass sie bis Ceylon hinab gefahren seien; es genügte für ihre Zwecke, etwa an die Mündung des Indus zu gelangen, wo sie zweifellos alle Produkte Indiens erwerben konnten. Wenn ich eben die Ansicht aussprach, die Phönizier seien vor Necho von Bab-el-Mandeb aus wohl nach Indien, nicht aber um das Kap Guardafui herum an der Ostküste Afrikas nach Süden gefahren, so denke ich das folgendermassen, wenn nicht zu beweisen, so doch wahrscheinlich zu machen. Die Produkte, welche die Schiffe Salomos aus Ophir – also Jemen oder nahe liegenden Ländern – holten, sind: Gold, Sandelholz, Edelsteine, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen. Von diesen Waren werden Sandelholz, Pfauen und wahrscheinlich auch Edelsteine aus Indien dorthin gebracht worden sein, Gold und Silber kamen in Südarabien vor, dessen Ruf als Produktionsstätte dieser Edelmetalle, zumal des Goldes, wie die Erzählung von der Königin von Saba beweist[146], im Alterthume weit verbreitet war, Elfenbein und Affen aber in Afrika, obgleich ersteres auch aus Indien und letztere aus Arabien zu haben waren. Jedenfalls konnten die Händler aber beides in der Gegend von Bab-el-Mandeb so gut erhalten wie weiter südlich. Waren sie an der Danakil- oder Somaliküste, so befanden sie sich bereits in dem Produktionsgebiet dieser Waren oder vermochten sie doch aus dem Innern des Landes ohne Mühe zu beziehen; warum sollten sie da versuchen, sie von den entfernteren Küstenstrichen zu holen? Zu einer Fahrt nach Süden musste ihnen erst aus späteren Verhältnissen ein Antrieb erwachsen. Ganz anders lag die Sache hinsichtlich Indiens. Die Produkte dieses Landes an Ort und Stelle, also jedenfalls billiger zu erwerben, als es in Ophir möglich war, musste ihr Bestreben sein, sobald sie deren Werth erkannt hatten, und frühere Fahrten dorthin sind also nicht unwahrscheinlich.

So treten uns die Phönizier als das kühnste Schiffervolk des Alterthums entgegen; wahrlich, wir können Männern unsere Bewunderung nicht versagen, welche die Meere von England bis Indien befuhren, ohne die hülfreiche Nadel Flavio Giojas zu besitzen, und ohne eine andere Seekarte als etwa diejenige, welche die kunstfertige Hand des Hephästus in Erz gebildet hatte, als er dem Sohne der Thetis seine neue Wehr schuf. Wohl geschult und furchtlos war also jedenfalls auch die Mannschaft, welche die Schiffe Nechos hinaussteuerte in die unbekannte Weite, und Alles, was uns sonst über phönizische Seeleute überliefert ist, spricht dafür, dass sie im Stande war, ihr gefahrvolles Unternehmen glücklich zu Ende zu führen. Freilich, Männer wie Vincent und ähnliche, wahre Fanatiker des Zweifels, haben den Phöniziern selbst seemännischen Muth absprechen wollen, eine Eigenschaft, die sie doch in so hohem Grade besassen, dass jedes Blatt der Kolonialgeschichte des Alterthums die leuchtendsten Beispiele davon zu erzählen weiss. Nicht weil zu besorgen wäre, dass jene mit ihrer Ansicht durchdringen könnten, sondern nur der Vollständigkeit wegen mögen hier diese Behauptungen zurückgewiesen sein. Ukert[147] führt die Furcht der phönizischen Schiffer auf Xerxes’ Flotte vor der Umsegelung des Athos an. Eine Quelle dafür nennt er nicht, und ich muss leider gestehen, so unwissend zu sein, dass ich eine solche nicht kenne; trotz eifrigen Suchens habe ich keine hierauf bezügliche Andeutung in irgend einem Schriftsteller gefunden. Doch gesetzt, Ukert kennte eine solche, wäre diese Furcht auffällig? Giebt es nicht Stunden, denen auch der Muthigste mit Besorgniss entgegensieht? Sagt nicht Herodot ausdrücklich[148], dass Alle, die vor Xerxes um den Athos gefahren, grossen Verlust erlitten hätten, und wird nicht speziell das Unglück des Mardonius jenen phönizischen Seeleuten, die im Jahre 480 den Zug nach Griechenland mitmachten, genügend bekannt gewesen sein? Wohl mag also die sonst so Kühnen beim Anblick jener Unglücksstätte einen Augenblick Zaghaftigkeit befallen haben – ein Charakterzug des Volkes war sie nicht, und dass die Phönizier im allgemeinen die Gefahren fremder Meere nicht fürchteten, beweist ihre Geschichte zur Genüge. Das andere Beispiel, das Ukert erwähnt, betrifft Nearchs Fahrt an den südlichen Küsten Vorderasiens, die ja in der That keine hervorragende nautische Leistung genannt werden kann. Mit Recht ist aber gegen eine zu ungünstige Beurtheilung derselben geltend gemacht worden, dass die Flotte dieses Admirals, aus zusammengerafften Schiffen bestehend, kein richtiges Bild von der Leistungsfähigkeit des damaligen Seewesens giebt, und die Bemerkung Ukerts, dass die Umsegelung Afrikas nicht an Wahrscheinlichkeit gewinne, wenn man diese Expedition betrachte, hat Sandberg[149] zurückgewiesen, indem er darlegt, dass Alexander, als er den Nearch entsendete, neben Cypriern, Kariern und Aegyptern freilich auch wohl Phönizier, aber doch schwerlich phönizische Matrosen in seinem Heere gehabt habe[150]. Dass übrigens dies Geschwader, welches Nearch von Indien her in den Euphrat führte, von Alexander selbst als untüchtig angesehen wurde, geht ganz klar daraus hervor, dass er nach dem Eintreffen desselben in Babylon noch phönizische Schiffe aus Syrien auf dem beschwerlichen Ueberlandwege bis Thapsakus kommen und ausserdem eine neue Flotte bauen liess. Auch die Bemannung zog er aus Phönizien und andern Küstenländern heran, alles, um zur Umschiffung Arabiens eine wirklich tüchtige Seemacht zur Verfügung zu haben[151]. Mit andern Bedenken, die ebenfalls Zweifel an dem Muthe der Phönizier erheben, tritt uns Vincent[152] entgegen. Er sagt, es sei nicht anzunehmen, dass Seefahrer aus diesem Volke in den Kanal von Mozambique mit seiner reissenden Strömung hineingesegelt seien, sowie sie ihn zuerst erblickten, während doch die Araber in der langen Zeit, wo sie die Ostküste Afrikas befuhren, das niemals gewagt und ihre Besitzungen nur bis zu seinem nördlichen Eingange ausgedehnt hätten. Er ist leicht widerlegt, denn was er über die Grenzen der arabischen Schifffahrt in diesen Gegenden sagt, ist einfach unrichtig. Die Araber sind wahrscheinlich bis zum heutigen Inhambane und dem Kap Corrientes gelangt, Punkten, die beide am Südende des Kanales liegen[153]. Es wird also schwerlich glücken, die Schiffer Nechos als Leute hinzustellen, denen der zu einer Umsegelung Afrikas nöthige Muth fehlte, und die „ausserordentlich dehnbare Vorstellung von der Seetüchtigkeit der Phönizier“, welche Berger[154] bespöttelt, braucht nur auf das durch das Alterthum gut beglaubigte Mass zurückgeführt zu werden, um an wirklich grosse Thaten derselben glauben zu machen. Waren sie, nach ihrem Verhalten beim Graben des Kanals am Athos zu schliessen[155], überhaupt anstellige und gewandte Leute, so ist es um so mehr über allen Zweifel erhaben, dass sie in der Führung von Schiffen unübertroffen dastanden[156]. Was die Venetianer und Genuesen dem Mittelalter, was die Holländer und Engländer der Neuzeit waren und sind, das ist jenes Volk dem Alterthume gewesen, und ohne Bedenken dürfen wir Heeren beipflichten, wenn er sagt[157]: „Der Zufall hat uns einen Bericht von ein paar solcher Unternehmungen erhalten, die Herodot gelegentlich anführt; aber wie viele mögen von einem Volke gewagt und glücklich ausgeführt sein, das so gut wie die Briten und Portugiesen seine Cooks und seine Vaskos da Gama gehabt haben muss!“ Wenn aber die Phönizier in Betreff aller zur Lösung der schwierigen Aufgabe erforderlichen Eigenschaften dem Volke des Necho so weit überlegen waren, fällt nicht nur jeglicher Grund des Staunens weg, dass er mit Uebergehung der eigenen Landsleute jene durch seinen Auftrag auszeichnete, sondern es wird auch Jeder, der nicht voreingenommen ist, zugeben müssen, dass vielmehr durch die Erwähnung dieses Umstandes einerseits die Erzählung glaubwürdiger und andrerseits die glückliche Vollendung der Fahrt wahrscheinlicher wird.

Vermuthliche Ansichten über die Gestalt und südliche Erstreckung Afrikas ums Jahr 600 v. Chr.

Mögen wir aber den Muth der phönizischen Schiffer noch so hoch stellen, mögen wir uns ihren Drang nach Abenteuern so unwiderstehlich wie möglich ausmalen, wir dürfen uns doch bei sorgfältiger Erwägung der Sachlage nicht verhehlen, dass sie sich die Umsegelung wahrscheinlich weit leichter vorstellten, als sie wirklich war, und ihnen vor allem die weite Süderstreckung Afrikas nicht bekannt gewesen sein wird. Hätten sie von letzterer eine Ahnung gehabt, möchte auch dem Kühnsten von ihnen wohl der Muth entsunken sein. Wie weit die Kenntnisse der Phönizier in der Geographie Afrikas und der dasselbe umgebenden Meere ums Jahr 600 v. Chr. gingen, können wir nur annähernd feststellen. Da uns direkte Nachrichten darüber nicht zu Gebote stehen, sind wir auf Rückschlüsse angewiesen, und auf Grund derselben dürfen wir wohl annehmen, dass das Wissen des Herodot in dieser Beziehung auch etwa das jener Phönizier gewesen sein mag, denn einmal ist der Zeitraum, der beide von einander trennt, nicht so erheblich, dass er bei der verhältnissmässig langsamen Erweiterung der Länderkunde während des Alterthums ins Gewicht fallen könnte, und zweitens waren sowohl phönizische Schiffer, wie auch Herodot weit umhergekommen, und die Vermuthung, dass beide Theile das, was die damalige Welt überhaupt von den Oberflächenverhältnissen der Erde kannte, etwa in gleicher Weise ihr geistiges Eigenthum nannten, scheint wohl berechtigt. Wenn wir also feststellen, was Herodot von afrikanischer Geographie wusste, so werden wir damit zugleich auch ungefähr den Kreis der phönizischen Kenntnisse umschrieben haben. Herodot weiss aber im ganzen von Afrika – oder wie er sagt, von Libyen – nicht viel. Was das Innere des Erdtheils anbetrifft, so ist ihm nicht fremd, dass sich die Wüste von Theben bis zu den Säulen des Herakles erstreckt, sonst aber wird er in den Aegypten ferner liegenden Theilen, wie jenseit Karthagos, schon ziemlich unsicher. Wie weit aber hinsichtlich der Gestadeländer seine und der Phönizier Kenntniss ging, darüber sind wir nicht durchweg genügend unterrichtet. Bis zu welchem Punkte ihnen z. B. die Ostküste bekannt war, ist unmöglich genau zu sagen; es herrscht wohl einige Uebereinstimmung, dass sich nur Vermuthungen darüber aufstellen lassen. Herodots mehr oder weniger gründliches Wissen ging wahrscheinlich bis Bab-el-Mandeb[158]; davon, dass den Phöniziern die südlicheren Gegenden bekannt gewesen seien, haben mich die aus Strabo und einigen anderen Schriftstellern von verschiedenen Gelehrten gezogenen Schlüsse nicht überzeugen können. Fest steht dagegen, dass Herodot und zweifellos auch schon den Phöniziern viel früherer Zeit die Nordküste im ganzen und grossen wohl bekannt war; in Betreff der Westküste sind die Nachrichten, welche er den Sataspes von seiner Fahrt mitbringen lässt[159], zu ungenau, als dass wir darauf irgend welche sichere Vermuthung gründen könnten. Die Frage nach seiner Kenntniss der Länder jenseits des Kap Soloeis[160] können wir wohl, ohne ihm zu nahe zu treten, dahin beantworten, dass er nur eine unklare Vorstellung von ihnen hatte; hinsichtlich dieses Vorgebirges dürfen wir aber mit grosser Sicherheit annehmen, er habe darunter das heutige Kap Spartel verstanden. Wenn nun das, was die Phönizier wussten, sich in einem Punkte mit der Kenntniss Herodots vielleicht nicht deckte, so war es eben in Betreff der Westküste, wo ihnen wahrscheinlich weiter nach Süden gelegene Gegenden nicht unbekannt waren. Es lässt sich dies aus einigen Stellen alter Schriftsteller folgern[161]. Isaak Vossius in seinen: Observationes ad Pomponium Melam de situ orbis[162] meint sogar, dass die Nachricht des Strabo, die Phönizier hätten bald nach dem trojanischen Kriege jenseit der Säulen des Herakles auf der libyschen Küste Kolonieen angelegt, mit dem Periplus des Hanno in Verbindung zu setzen sei; demnach hätten also wenigstens die karthagischen Stammesgenossen der Phönizier lange vor Necho einen grösseren Theil des westlichen Gestades befahren. Doch geht die Ansicht der meisten Forscher dahin, dass dieser Periplus weit später, erst nach der Umsegelung durch die Phönizier (etwa 470) angenommen werden dürfe. Nach Junker[163], der für seine Ansicht einen geistvoll erdachten Grund anführt, hätten die Karthager den von Herodot erwähnten Tauschhandel an der Goldküste betrieben, woraus wir schliessen könnten, dass wohl auch den verwandten Phöniziern das westliche Gestade Afrikas bis hierher bekannt gewesen sei, doch haben sich andere wichtige Stimmen erhoben, welche ihn nach Senegambien an den Rio do Ouro verlegen[164]. Auf alle Fälle ging aber die Kenntniss der Karthager – und damit wohl auch der Phönizier – über Kap Soloeis hinaus. Die dreieckige Südhälfte des Erdtheils war natürlich gänzlich unbekannt, und in Folge davon hat das Alterthum die für die projektirte Umschiffung so wichtige Frage nach dem Zusammenhange der Meere in jener Gegend sehr verschieden beantwortet; noch die Späteren stehen hierin in direktem Widerspruch unter einander. Hipparch[165] z. B., in der Mitte des zweiten Jahrhunderts v. Chr., und Ptolemäus[166], etwa 150 Jahre n. Chr., leugneten eine südliche Verbindung des Ost- und des Westmeeres, Strabo und andere[167] glaubten, dass sie vorhanden. Aus früherer Zeit ist die Ansicht Alexanders des Grossen interessant; auch er, dem auf seinen weiten Zügen sich manche Gelegenheit geboten haben mochte, der Lösung geographischer Streitfragen näher zu treten, war von der Einheit der Weltmeere überzeugt, wie wir aus einer Stelle Arrians ersehen, wo er sagt: „Das grosse Meer umgiebt die ganze Erde“[168], Worte, aus denen einige schliessen, er habe von der Umsegelung gewusst und den Bericht über sie für wahr gehalten. So gern ich dieser Ansicht als einem für meine Auffassung sprechenden Beweise beistimmen möchte, vermag ich es leider nicht. In Alexanders Worten spricht sich eine uralte griechische Anschauung aus; wer dieser huldigte, konnte an die Möglichkeit einer Umschiffung Libyens glauben, auch wenn er die That der Phönizier bezweifelte, und wenn der macedonische Welteroberer, wie man meint, wirklich daran gedacht hat, Afrika umsegeln zu lassen, so ist sein Heldenmuth vor einer solchen Expedition schwerlich zurückgeschreckt, auch wenn der Glaube fehlte, dass andere ihm die Pfade geebnet hätten. Herodot selbst vertheidigt die Ansicht von dem Zusammenhang der Meere[169], wenn auch seine fortgeschrittenere Bildung ihn den homerischen Ozeanusfluss belächeln lässt[170]; aber dieser Zusammenhang ist ihm erst durch die phönizische Fahrt festgestellt[171]. Schwerlich werden also die Phönizier, als sie absegelten, gewusst haben, ob wirklich ein Wasserweg ganz um den Erdtheil herum führte; es wird eben – wie vorhin schon angedeutet – ein Versuch gewesen sein, den sie machten. Waren doch zu Herodots Zeit in Aegypten noch wunderbare Märchen über manche Theile des erythräischen Meeres verbreitet, wie wir daraus entnehmen können, dass die Priester gläubig erzählten, Sesostris sei bei seiner See-Expedition an eine Stelle gekommen, die er wegen der Untiefen nicht habe befahren können[172]. Dass freilich auch die Phönizier an die Unwegsamkeit der Meere unter gewissen Himmelsstrichen geglaubt – Phantasieen, wie sie uns vor der Zeit der grossen Entdeckungen im Mittelalter wieder begegnen – wird nicht überliefert. Aber waren sie auch zu aufgeklärt, um solche Märchen für Wahrheit zu nehmen, die Gestalt Afrikas – das dürfen wir aus den vorstehenden Auseinandersetzungen schliessen – war sowohl ihnen, wie Herodot in tiefes Dunkel gehüllt. Der letztere spricht dies offen aus, wo er von dem Oberlaufe des Nils redet[173]; ebenso geht es hervor aus der Stelle III, 114, die Sandberg zitiert[174]. Herodot sagt hier, dass Aethiopien – d. i. Südafrika – sich von Arabia felix nach Südwesten erstrecke, als das letzte der bewohnten Länder; wie weit aber, das lässt er dahin gestellt. Wenn wir uns nun gar daran erinnern, wie noch Strabo über diese Frage dachte[175], dem die Südgrenze Libyens etwa bei 10° n. Br. liegt, so wird uns nicht länger zweifelhaft sein, dass die Phönizier 600 v. Chr. keinenfalls von dem wirklichen Sachverhalt eine Ahnung hatten, und diese Täuschung, in der sie sich über die wahre Gestalt des Erdtheils befanden, den sie umsegeln sollten, wird für sie ein neuer Antrieb gewesen sein, die Fahrt kühnen Muthes zu unternehmen, für uns aber ist sie ein Grund mehr, an ihr nicht zu zweifeln.

Genauere Zeitbestimmung der Fahrt.

Ein anderer Punkt, der ins Auge gefasst werden muss, ist eine genauere Zeitbestimmung der Fahrt. Nun ist es meiner Ansicht nach zwar ganz unmöglich, bestimmte Jahre dafür anzusetzen, wie Wheeler es thut, der die Reise auf die Zeit von 613-610 fixirt; aber wir werden doch vielleicht entscheiden können, ob sie in die erste, kriegerisch gefärbte Regierungsperiode Nechos zu setzen oder der zweiten, friedlichen zuzutheilen sei. Die Untersuchung dieser Frage ist um so wichtiger, als wir aus ihr die Grundlage zur Beantwortung einer anderen gewinnen werden, nämlich der, ob wir die Phönizier des Mutterlandes oder die in Aegypten ansässigen als Vollender der kühnen Fahrt ansehen dürfen. König Necho hat nun wahrscheinlich von 609-594 regiert[176] und die Schlacht von Karchemisch im Jahre 604 stattgefunden. Demnach ist etwa das erste Drittel der Herrschaft dieses Fürsten auf die Züge in Syrien zu rechnen. Wenn wir nun die Umsegelung nicht in diese Periode, sondern in die folgende setzen, werden wir schwerlich einem Irrthum anheimfallen. Es ist undenkbar, dass Necho; als er im Felde stand, Zeit und Sinn für eine derartige Unternehmung gehabt habe; seine Absicht war, wie sein Zug an den Euphrat zeigt, nach Syrien das babylonische Reich zu erobern – ein Riesenplan, der in seinem Kopfe sicher für nichts anderes Raum liess –, und erst nachdem Nebukadnezars Schwert ihm nach dieser Richtung hin Entsagung aufgezwungen hatte, wird er äussere und innere Ruhe für die Werke des Friedens gefunden haben[177]. Auch aus einer Prüfung der Notizen des herodoteischen Werkes über den Kanalbau können wir in Verbindung mit einer anderen Ueberlieferung Schlüsse ziehen auf die Zeit der Umsegelung. Herodot erzählt an einer Stelle[178], Necho habe den Kanal vor seinem Kriegszuge gebaut und zu bauen aufgehört, als er nach Syrien gezogen sei. Diese Nachricht ist schwerlich richtig; denn wenn wir bei demselben Schriftsteller lesen[179], dass durch jenen Bau 120000 Menschen ihr Leben verloren, so musste er sich doch über einen längeren Zeitraum erstrecken. Lehrreich kann ein Vergleich mit dem Verluste an Menschenleben bei dem Bau des Mahmudiehkanals wirken. An ihm arbeiteten 250000 Mann ein Jahr lang, von denen 20000 gestorben sein sollen; eine erschreckend hohe Ziffer, aber immer doch nur der sechste Theil von dem, was Herodot als Opfer des Nilkanals anführt[180]. Nun hat Necho aber seinen Kriegszug, wie feststeht, sehr bald nach seinem Regierungsantritt begonnen; in einer ganz kurzen Spanne Zeit müsste also jene gewaltige Menschenmenge umgekommen sein. Das ist einfach unmöglich, selbst wenn wir die Zahl als etwas zu hoch gegriffen ansehen wollen und daneben noch in Betracht ziehen, dass in den Augen von Pharaonen der Werth von Menschenleben ein sehr geringer gewesen sein mag. Sicher ist also an dem Kanal mehrere Jahre geschafft worden; dann kann der Bau aber nicht vor den syrischen Feldzug gefallen sein, sondern nur in dieselbe Zeit mit jenem oder in die nach ihm. Dass letztere Annahme die wahrscheinlichere, ist oben nachgewiesen. Die Ereignisse werden demnach wohl folgendermassen zu ordnen sein: etwa ein Drittel seiner Regierungszeit war Necho in Syrien; als er dann nach Hause kam, begann er den Kanal, und als er – jedenfalls erst nach Jahren, wie man sagt, infolge eines Orakels[181] – aufhörte zu bauen, sandte er nach einer andern Mittheilung Herodots[182] die phönizische Expedition aus. Die Vermuthung, dass unser Gewährsmann sich in der eben angedeuteten Weise hinsichtlich der zeitlichen Aufeinanderfolge der Dinge geirrt, liegt also, wie die voraufgegangenen Auseinandersetzungen zeigen, nahe und würde sich uns aufdrängen auch ohne die Kenntniss einer Nachricht, die Strabo hinterlassen hat, und die in direktem Gegensatze zu Herodots Mittheilung steht. Dieser Schriftsteller giebt nämlich an, erst der Tod des Königs habe die Arbeiten am Kanal unterbrochen[183]; ein Widerspruch, den völlig zu lösen auf den ersten Blick nicht möglich scheint. Doch werden wir schwerlich fehl gehen, wenn wir auf Grund des oben Gesagten und an der Hand der erwähnten Zeugnisse annehmen, dass der Kanalbau erst nach dem syrischen Feldzuge begonnen und bis gegen das Lebensende des Necho gedauert hat, wo er vielleicht infolge eines Orakelspruches aufgegeben wurde. Dann aber, also in der letzten Zeit jenes Königs, ist die phönizische Expedition entsendet worden. Dass diese Anschauung die richtige sein dürfte, zeigt auch ein Vergleich mit dem, was über die Regierung des Sesostris erzählt wird; auch er soll friedliche Aufgaben zu seinem Ruhme und zur Sicherung Aegyptens, Tempelbau, Kanalanlage und anderes derart, erst nach Beendigung seiner Feldzüge[184] begonnen haben. Wenn nun auch jener König, wie erwähnt, eine ganz fabelhafte Figur ist, so zeigt doch diese Vertheilung seiner Thaten über sein Leben, wie man selbst bei dem mächtigsten Herrscher Aegyptens es nicht für möglich hielt, dass er Kriege und Grossthaten des Friedens zu gleicher Zeit unternommen und ausgeführt habe. Die Sage ist in solchen Dingen aber so feinfühlig, dass der Beurtheiler geschichtlicher Verhältnisse sehr wohl von ihr lernen kann, und was einem Sesostris, der Verkörperung ägyptischer Fürstengrösse, nicht möglich war, dürfen wir auch dem Pharao Necho schwerlich zutrauen.

Abfahrtsort der Expedition.