Sie werden geheilt, indem man sie mit dem präparirten Franzbranntwein tüchtig einreibt; doch ist hierbei zu bemerken, daß in diesem Fall so lange zu reiben ist, bis die erfrornen Theile wieder völlig trocken geworden sind. — Ein noch einfacheres Mittel zur Wiederherstellung erfrorner Hände oder Füße ist, sie in dickflüssigem Salzwasser zu waschen und dies auf ihnen trocknen zu lassen, ohne sie vorher abzutrocknen.

Heftige Nervenzufälle, Delirium und Anfälle von Raserei.

Alle diese Krankheitszustände, denen große Abspannung, Stumpfsinn und mitunter sogar Blödsinn und Geisteszerrüttung folgen, lassen sich durch unser Mittel stets lindern, oft ganz vermeiden oder abwenden. Man reibe zwei bis drei Mal täglich den obern Theil des Kopfes zehn bis funfzehn Minuten lang mit dem Medicament ein, und wiederhole dies an zwei bis drei Tagen; auch können davon zur Beförderung der Kur zwei mit heißem Wasser gemischte Eßlöffel eine Stunde vor dem Frühstück zwei bis drei Tage hinter einander genommen werden.

Ich habe Gelegenheit gehabt, die vortreffliche Wirkung dieser Procedur in zwei verschiedenen Fällen und an ganz verschiedenen Individuen zu beobachten. Der erste Fall trug sich mit einem Arzt, meinem Nachbar, zu. Er bekam eine heftige Hirnentzündung mit Anfällen von Raserei, in denen er sich und Alles um ihn her vernichten wollte; man fürchtete für seinen Verstand. Die Einreibung wurde bei einem dieser Paroxismen vorgenommen und die Wirkung war schlagend. Der Anfall legte sich, der Kranke schlief ein, stand gesund auf, und hat seit der Zeit nie wieder eine ähnliche Anwandlung gehabt.

Der andere Fall trug sich mit einer Dame meiner Bekanntschaft zu. Diese litt an heftigen Nervenzufällen, denen Abgespanntheit und Trübsinn folgten, die dann wieder mit Aufgeregtheit und Rastlosigkeit wechselten. Man hatte alle nur mögliche Mittel zu ihrer Heilung versucht, doch waren alle gleich erfolglos geblieben, und man fing an, sie als geistesgestört aufzugeben. Ich sah die Dame und ihren Gemahl häufig, und rieth ihnen, mein Mittel anzuwenden, da ich von seiner Wirksamkeit überzeugt war; die Dame lehnte es jedoch ab. Da indeß ihre Zufälle endlich immer häufiger wurden, und man von der Hülfe der Aerzte nichts mehr erwarten konnte, befolgte man meinen Rath. Die erste Einreibung des Kopfes wirkte gleich sehr wohlthätig und beruhigend, die zweite an demselben Tage noch weit mehr, und nach der dritten am folgenden Tage fühlte sich die Dame vollkommen hergestellt und hat seit der Zeit nie wieder durch Nervenanfälle gelitten.

Sind die hier erwähnten Leiden nach den Einreibungen auch schon verschwunden, so wird der Patient doch wohlthun, noch drei bis vier Tage hinter einander eine Stunde vor dem Frühstück nüchtern zwei mit heißem Wasser gemischte Eßlöffel des Medicaments einzunehmen.

Hierbei muß ich bemerken, daß es sich alle Vorsteher von Irren-Anstalten und alle Privatleute, denen die Beaufsichtigung von Geisteskranken anvertraut ist, zur Pflicht machen sollten, die Einreibung der Köpfe jener Unglücklichen mit dem von mir angegebenen Mittel zu versuchen. Aus zehnjähriger Erfahrung kann ich versichern, daß es in vielen Fällen überraschende und glückliche Wirkungen hervorbringen, in keinem einzigen Fall aber jemals etwas schaden würde. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Resultate dieser Versuche zum Heil der leidenden Menschheit später in den öffentlichen Blättern bekannt gemacht würden.

Krebsschäden.

Von der glücklichen Heilung dieses furchtbaren, verheerenden und entstellenden Uebels habe ich aus eigener Erfahrung und Praxis so viel Beweise, daß mein Mittel als unbezweifelt betrachtet werden kann, wenn der Krebsschaden nicht zu alt ist, und also nicht schon zu weit um sich gegriffen hat; aber auch in diesem Fall gewährt die Anwendung desselben die größte Linderung. Ob aber eine Wunde krebsartig sei, läßt sich sogleich erkennen, wenn man sie mit unserm Medicament behandelt; jede andere Wunde schmerzt heftig, wenn man sie mit dem präparirten Franzbranntwein benetzt, nur der Krebs ist dagegen unempfindlich, und heilt auf eine beispiellos schnelle Weise.

Das Verfahren bei der Behandlung der Krebsschäden mit dem Medicament ist ebenfalls ganz einfach. Die Wunde wird damit täglich drei bis vier Mal ausgewaschen, ein feines leinenes Läppchen damit angefeuchtet und aufgelegt, und wenn es anfängt zu trocknen, wieder angefeuchtet oder noch besser mit einem angefeuchteten gewechselt. Der obere Theil des Kopfes wird vor dem Schlafengehn zehn Minuten lang eingerieben, und eine Nachtmütze aufgesetzt; am andern Morgen wird eine Stunde vor dem Frühstück in der gewöhnlichen Quantität und Mischung eingenommen. Hiermit ist fortzufahren, bis das Uebel gehoben, wozu oft nur vier, sechs bis acht Tage erforderlich sind. Wird bei Zeiten dagegen eingeschritten, so muß er gänzlich aus dem leider so langen Verzeichniß der menschlichen Krankheiten verschwinden.