Sie sind oft die Vorboten anderer Krankheiten, lassen sich indeß leicht beseitigen. Nachdem der obere Theil des Kopfes gut eingerieben worden, thue man dasselbe mit der oder den Seiten. Geben sich die Stiche hiernach nicht, so nehme man ein Handtuch, feuchte es an einer Stelle mit dem Medicament an, und binde es um den Leib, so daß die feuchte Stelle, die, wenn sie getrocknet, immer wieder anzufeuchten ist, auf die schmerzende Seite kommt. Eine Stunde nach diesem Verfahren waren in allen mir vorgekommenen Fällen die Stiche gänzlich verschwunden, und die Patienten vielleicht von einem gefährlichen Fieber gerettet, das sich bereits anmelden ließ. Sind die Stiche sehr heftig, wird es auch gut sein, zwei Eßlöffel des Medicaments, in dem oft angeführten Verhältniß mit heißem Wasser gemischt, einzunehmen.
Rheumatismus.
Gegen dieses leider so allgemein verbreitete wie schmerzhafte Uebel bringt unser Mittel stets Linderung und in den meisten Fällen auch Heilung. Man hat nichts zu thun, als die schmerzenden Theile täglich ein oder zwei Mal damit einzureiben; doch muß damit mehrere Tage, zuweilen eine ganze Woche, in hartnäckigen Fällen sogar zwölf bis vierzehn Tage, fortgefahren werden. Beweist sich das Uebel als sehr bösartig und stets wiederkehrend, so nehme man zwölf bis vierzehn Tage hinter einander alle Morgen eine Stunde vor dem Frühstück zwei Eßlöffel des Medicaments mit heißem Wasser gemischt, und bediene sich beim Einreiben einer Bürste. Es leuchtet ein, daß man bei diesem eigensinnigsten aller Leiden keine Sorgfalt sparen und den Muth nicht verlieren darf, sondern in der festen Ueberzeugung, daß die Mühe durch den Erfolg belohnt wird, mit der pünktlichen Anwendung des Mittels geduldig fortfahren muß. Als Aufmunterung möge die Versicherung dienen, daß mir noch kein Fall vorgekommen ist, in welchem die rheumatischen Schmerzen unserm Mittel Trotz zu bieten vermocht hätten. Ich könnte viele Beispiele von Leuten anführen, die rheumatischer Anfälle wegen ganze Winter lang das Zimmer hüten mußten, da ihre Aerzte nicht im Stande waren, ihnen durch die hergebrachten gewöhnlichen Mittel zu helfen, denen aber die Anwendung des mit Salz präparirten Franzbranntweins in vierzehn Tagen den schmerzlosen Gebrauch ihrer Glieder wieder gab.
Gicht und rheumatische Gichtanfälle.
Da diese Leiden aus dem Blute kommen, so ist es nöthig, daß der Patient das Mittel auch innerlich gebrauche.
Er reibe sich am Abend vor dem Schlafengehn den Kopf damit ein, und nehme am nächsten Morgen nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück zwei mit heißem Wasser gemischte Eßlöffel davon ein, womit zwölf bis vierzehn Tage fortzufahren ist, oder noch besser, so lange, bis der Patient es aushalten kann, die angeschwollenen, entzündeten und schmerzhaften Stellen mit den Fingern zu reiben. Es versteht sich von selbst, daß bei so eingewurzeltem innern Uebel mit Geduld und Beharrlichkeit verfahren werden muß, wenn ein günstiges Resultat erzielt werden soll.
Verbrühungen und alle Arten von Brandwunden.
Diese sind durch unser Medicament sehr bald geheilt, — man reibe nur die gebrannten oder verbrühten Stellen damit ein. Die erste Einreibung ist zwar ziemlich schmerzhaft, bei jeder nachfolgenden mindert sich der Schmerz jedoch, und verschwindet endlich ganz und gar. Die Wunde heilt sehr bald zu, indeß wird es zuweilen nöthig, sie durch Bestreichen mit Talg oder einem andern Fett geschmeidig zu machen.
Mein Hägereiter hatte das Unglück, sich durch das Auffliegen einer Quantität Pulver, die auf einem Tische lag, an welchem er saß, bedeutend das Gesicht und die Augen zu verbrennen, so daß er auf dem einen Auge gar nicht, auf dem andern nur noch sehr wenig sehen konnte. Das Medicament wurde eine halbe Stunde nach dem Unglücksfall angewendet, und obgleich es ihm große Schmerzen verursachte, hatte er doch den Muth, damit fortzufahren. Die Folge davon war, daß er beim fünften und sechsten Waschen der Augen nicht den geringsten Schmerz mehr empfand und nach funfzehn bis zwanzig Tagen vollständig wieder hergestellt war. Hierbei ist noch zu erwähnen, daß seine Augen, die früher schwach gewesen, seit der Kur besser sind, als sonst.