Ueberhaupt hat man bei Fieberanfällen aller Art, sie mögen von bekannten oder unbekannten Ursachen herrühren, dem Patienten immer nur sogleich den Kopf mit dem Medicament einzureiben, und ihm davon zwei mit heißem Wasser vermischte Eßlöffel voll davon einzugeben. Dieses Eingeben ist in Zwischenräumen von 1 bis 3 Stunden zu wiederholen, je nachdem die Fieberanfälle heftig sind, oder schnell auf einander folgen.
Kolik.
Diese ist in Zeit von fünf Minuten durch das Einnehmen von zwei Eßlöffeln des präparirten Franzbranntweins, gemischt mit vier bis sechs Eßlöffeln heißen Wassers, gewöhnlich gehoben. Dauert das Uebel nach dem Einnehmen noch fort, was mir jedoch nur selten vorgekommen ist, so nehme man nach einer kleinen Stunde noch eine Dosis von zwei Eßlöffeln, jedoch mit weniger heißem Wasser als vorher gemischt. Ich habe sogar ein Mal den Fall erlebt, wo noch ein drittes Mal eingenommen werden mußte; nie ist dieses Mittel indeß ohne Erfolg angewendet worden.
Cholera.
Man reibe dem Patienten ein bis zwei Mal den Kopf ein, oder überhaupt so oft, als die heftigen Kopfschmerzen wiederkehren, und nehme zwei bis drei Eßlöffel des Medicamentes mit eben so viel heißem Wasser gemischt. Dies wird einige Mal am Tage wiederholt, und je häufiger und heftiger die Anfälle sind, je öfter wird der Kopf eingerieben, und je öfter eingenommen. Außerdem werden die Theile des Körpers, an denen sich die Haut entfärbt, so lange mit dem Franzbranntwein eingerieben, bis die Schmerzen nachlassen.
Bräune und Halsentzündung.
Da hier schleunige und kräftige Hülfe nöthig ist, so muß das Uebel auf alle nur mögliche Weise bekämpft werden. Man gurgle sich zunächst mit dem Medicament, und fülle es sich dann nach und nach in beide Ohren, worin man es zehn Minuten zu erhalten sucht. Dann feuchte man ein leinenes Tuch damit an und lege es um den Hals; wenn es fast getrocknet ist, wird es von Neuem angefeuchtet. Diese Mittel haben sich mir immer als sehr wirksam bewiesen, und es ist um so besser, wenn man sie vor dem Schlafengehn anwenden kann. Ist auch die Genesung nicht unmittelbar erfolgt, und haben bei dringender Gefahr sogar Blutegel mit zu Hülfe genommen werden müssen, so ist doch stets die Krankheit an der weitern Ausbildung verhindert worden; doch darf man weder bei der Bräune noch beim schlimmen Hals mit dem Gurgeln und den Umschlägen zu bald ermüden. Bei allen Fällen habe ich eine augenblickliche Hebung der Entzündung eintreten sehen, womit die Heftigkeit der Krankheit auch stets gebrochen ist.
Unterleibsentzündung.
Man nehme in kurzen Intervallen mehrere Dosen von zwei mit heißem Wasser gemischten Eßlöffeln des Medicaments, und fahre damit fort, bis die Schmerzen sich mindern. Zu gleicher Zeit reibe man den Unterleib mit dem Franzbranntwein fleißig ein, bedecke ihn in den Zwischenräumen mit Flanell und lege die Wärmflasche darauf. Durch die Anwendung dieser Methode habe ich immer die erfreulichsten Resultate erhalten.