So einfach wie die Zubereitung des Medicaments, ist auch seine Anwendungsart, die hier nur allgemein angedeutet werden soll, da in dem nachfolgenden Verzeichniß der Krankheiten die Behandlungsweise einer jeden derselben noch besonders angegeben ist.
Das Mittel wird innerlich und äußerlich gebraucht.
In Bezug auf den innern Gebrauch ist zu bemerken, daß es nie rein, sondern stets mit heißem Wasser vermischt eingenommen wird, und zwar so, daß eine jede einzunehmende Dosis immer aus ¼ Medicament und ¾ heißem Wasser besteht. Das gewöhnlich verordnete Quantum sind 2 Eßlöffel Medizin, vermischt mit 6 Eßlöffel heißen Wassers, die, wenn es nicht anders verordnet ist, des Morgens ganz nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück genommen werden. Frauen und schwächliche Männer können die beiden Eßlöffel Medizin mit acht bis zehn Eßlöffel heißen Wassers mischen. In dringenden Fällen, wenn eine starke Wirkung hervorgebracht werden soll, nimmt man auch zu zwei Löffeln des Medicaments nur zwei Löffel heißen Wassers. Bei den meisten Krankheitszuständen geschieht das Einnehmen täglich in der angegebenen Weise nur ein Mal; wird mehrmals an demselben Tage hinter einander eingenommen, so sind die Zwischenräume, in denen dies geschieht, bei den betreffenden Krankheiten angegeben.
Im Allgemeinen ist zu bemerken, daß es jegliche äußere und innere Kur befördert, wenn der Patient sie mit einem einmaligen Einnehmen des Medicaments zur oben angegebenen Zeit, d. h. des Morgens und nüchtern, beginnt.
Obgleich nun dieses Medicament eine der besten Magenstärkungen ist, so verursacht sein Einnehmen doch, obschon unter funfzig Fällen etwa nur ein Mal, zuweilen Uebelkeit und Erbrechen, welches stets einen sehr geschwächten Magen beweist. In diesem Falle trinke man warmes Wasser, bis nochmaliges Erbrechen erfolgt, und nehme dann eine Stunde nach dem Erbrechen das Medicament noch einmal. Wenn es der Magen zum zweiten Male auswirft, so ist dies ein Zeichen, daß noch viel Unreinigkeit darin vorhanden ist. In diesem Falle trinke man abermals warmes Wasser bis zum Erbrechen und nehme dann das Mittel zum dritten Male, wo es stets haften und helfen wird; wenn nicht, wird in der angegebenen Weise ruhig fortgefahren.
Die äußere Anwendung des Medicaments besteht in Einreiben des obern Theiles des Kopfes oder des leidenden Theiles am Körper, — in Umschlägen mit angefeuchteten Tüchern, — in Auswaschen der Wunden, und in Vollfüllen der Ohren mit dem Mittel.
Das Einreiben des Kopfes geschieht mit der Hand, und ist im Ganzen ein guter Eßlöffel voll des Medicaments dazu erforderlich, den man nach und nach in die Hand oder auf den Kopf selbst gießt, und diesen zehn, zwanzig bis dreißig Minuten damit einreibt. Das Reiben der Stirn und der Schläfe reicht niemals aus; der Obertheil des Kopfes ist die Hauptsache, doch ist hier zu viel und zu naß besser als zu wenig und zu trocken. Das lange Haar thut der Wirkung des Mittels keinen Abbruch, es erfolgt im Gegentheil das Trocknen dadurch langsamer und erhält den Kopf länger feucht und kühl. Die Einreibung geschieht stets kurz vor dem Schlafengehn, einzelne, heftige Anfälle abgerechnet, wo es auf der Stelle und wiederholt geschieht, wie dies im Verzeichniß der Krankheiten bei den betreffenden Fällen angegeben ist.
Bei der äußerlichen Verwendung bleibt das Medicament stets unvermischt.
Im Allgemeinen ist zu bemerken, daß es jegliche äußere und innere Kur befördert, wenn der Patient ein Mal vor dem Schlafengehen zum Beginn derselben den Kopf mit dem Mittel einreibt.
Das Einreiben von Geschwülsten, Verstauchungen und allen schmerzenden Gliedern geschieht mit der Hand, in welche man sich kleine Quantitäten des Medicaments gießt, und diese auf den genannten Stellen trocken reibt. Diese Einreibungen werden nach Befinden der Umstände drei bis vier Mal täglich wiederholt.