Die Umschläge bestehen aus leinenen, mit dem Medicament angefeuchteten Lappen, die entweder aufgelegt oder umgebunden, und stets feucht erhalten oder gewechselt werden, wenn sie beinahe getrocknet sind. Bei Schnittwunden läßt man den umgebundenen Leinwandstreifen, den man natürlich durch Aufgießen von außen feucht erhält, ruhig liegen, bis man fühlt, daß die Wunde geheilt ist.

Das Auswaschen der offenen Schäden mit dem Medicament geschieht täglich drei bis vier Mal.

Das Anfüllen der Ohren mit dem Medicament anlangend, so legt man sich dazu auf die Seite, und läßt dasjenige Ohr füllen, welches sich dem Schmerze zunächst befindet, oder eins nach dem andern. Geschieht diese Procedur bei Tage, so bleibt das Medicament zehn bis funfzehn Minuten im Ohr; geschieht es des Abends im Bett, so schlafe man mit dem Medicament im Ohr ruhig ein (welches stets sehr leicht geschieht) und überlasse es seinem Geschick.

Verzeichniß derjenigen Krankheiten, welche im Laufe von zehn Jahren durch die Anwendung des Medicamentes geheilt worden sind, nebst Angabe der Behandlungsweise.

Schwindel.

Dies Uebel wird dadurch geheilt, daß man den obern Theil des Kopfes mit dem angeführten Mittel, ohne ihm Wasser beizumischen, wäscht und einreibt. Das Einreiben ist etwa eine halbe Stunde fortzusetzen, und darf vor Ablauf dieses Zeitraums nicht damit aufgehört werden, wenn sich auch der Schwindel bereits gelegt haben sollte, was oft der Fall ist. Weicht das Uebel nicht während des Einreibens, so geschieht dies eine Stunde nach demselben, oder sicher, nachdem man sich des Abends schlafen gelegt hat. Es ist vorgekommen, daß das Uebel einigemal von neuem zurückkehrte; in diesem Falle darf die Einreibung nur wiederholt werden, und es verschwindet sicher.

Andrang des Blutes nach dem Kopf.

In der gewöhnlichen Praxis sucht man diesem Uebel dadurch abzuhelfen, daß man Blutegel an die Schläfe setzt, welches nur selten hilft und oft den Leidenden an den Rand des Grabes bringt. Man reibe sich den obern Theil des Kopfes mit dem präparirten Franzbranntwein, und sogleich wird man Linderung und Nachlaß des Blutandranges fühlen, der bei ein Mal wiederholter Einreibung in der Regel gänzlich verschwindet. Wenn der Andrang öfter wiederkehrt, nehme man des Morgens nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück zwei Eßlöffel des Medicaments, vermischt mit sechs bis acht Eßlöffel heißen Wassers ein, und mache die Einreibung des Oberkopfes kurz vor dem Schlafengehn. Dies einige Tage hinter einander fortgesetzt, hat das Uebel stets gänzlich gehoben.

Kopfschmerzen

verschwinden stets nach dem Einreiben des Kopfes, wie es unter »Andrang des Blutes« angegeben. Ich habe dies Mittel in tausend Fällen angewendet, und allemal mit dem besten Erfolg. Sollten sich die Kopfschmerzen jedoch als hartnäckig beweisen und oft wiederkehren, so nehme man nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück zwei Eßlöffel voll des Medicamentes, gemischt mit sechs bis acht Eßlöffeln heißen Wassers; indeß wird dies selten nöthig sein.