Mit grauen Flügeln schlägt um dich mein Schicksal rauschende Ringe, du meine Wiege, du mein Sarg.

Aus dem Meere meines Urgrunds bist du emporgestiegen, in der gebrechlichen Perlenmuschel meines Daseins fährst du einher, du schmerzhafte Schönheit, die du über alle Schönheit thronst, o Sehnsucht du!

Und warum musstest du zu meinem Sarge werden, warum musste dein Zukunftsjauchzen mir als Rabengekrächz mein Ende künden, und die Fackeln, die du Andern auf den Weg zum fernen Berg des Glückes stellst, mir als Totenkerzen um mein Bette stehen?

Das heilige Gotteswort, das Welten aus dem Nichts ruft, Du dem Einen! Die Adamsrippe, die ein neues, ungeahntes Urbild in sich trägt, dem Andern! der zukunftgährende Sauerteig des Lebens Du für Alle! nur auf Mein Haupt hast du mir mit dürren Stacheln bohrend einen Dornenkranz gedrückt, du schmerzhafte Schönheit, die du über alle Schönheit thronst, o Sehnsucht du!

Und dennoch stand es über meinem Haupt geschrieben, dass meine Seele, deiner göttlichen Urkraft schwanger, alle Kreatur und Welt in leuchtender Neugestalt gebären sollte. Denn Mir und all der Welt war von Anbeginn derselbe Anfang.

Meine Seele sollte Dir kraft Deiner Macht die Atmosphäre sein, in der sich alle Kreatur mit neuer Lust belebte; das ganze Allsein sollte sie umfangen, in jede Pore seiner Heimlichkeiten dringen, und über die Sterne, von einem zum andern, sollte sie sich wie ein Purpurmantel spannen, deiner königlichen Heilandsmajestät als Ruheteppich.

Und in der Unzucht meiner Träume hast du gelebt und in mein Wort dich einkerkern lassen und mir den Ton zur wüsten Heimatsfläche hingebreitet, um nur in Mir dein neues Reich, deine Erlösung zu finden.

Über den Bergen solltest du in roter Sonnenglut aufgehen für das Reich, das neue, meines Gehirnes. Und nie, nie solltest du versinken, denn in meinem Reiche sollte die Sonne nie untergehen.

Zur neuen Zukunft, zum dritten Reiche, in Mir erlöst werden wolltest Du.

Da throne Ich, deine Erlösung; Ich, deine Verdammnis. Da breitet meine Majestät sich über alles Wesen: Ich, dein letztes Wort, das mit weiten, langen Händen die gottgeborene Tat, die Tat des dritten Reiches, die Tat der wissenden Herrschaft, in die Zukunft schreibt.