Diese aus tausend Tiefen dumpf aufjauchzende Sehnsucht, diese in tausend Tönen schillernde Innigkeit der Brunst — o Gott, o Gott, wie schmerzte das...
Und Wort und Ton verflochten sich; Ton um Ton klammerte sich, wie eine Klette an das sturmgepeitschte Haar des Wortes, und an seinen flatternden Strahlen sehnte sich der Ton hinauf zum Himmel, zur Sonne des Glückes.
Und es waren nicht Töne, nicht Worte, zwei Riesenseelen waren es, die sich an einander klammerten, in steigender Macht sich umschlungen hielten; eine rang sich an der andern hin, empor, hernieder, und immer fester verschlangen sich die Hände, immer wilder pressten sie sich in einander, und es wurde eine Orgie geschlechtlicher Sehnsucht, zuckender Schmerzensschreie, winselnder, lechzender Gier.
Ich verstand diesen stummen, satanischen Geschlechtsakt, ich verstand dies Ringen und Ersterben in der Abgrundstiefe der verschmolzenen Seelen, mein Kopf wollte bersten, aus meinen Augen musste Blut spritzen, und hinein in einen leisen, innigen Refrain schrie ich mit der wilden Stimme brechenden Schmerzes:
»Niemals sah ich die Nacht beglänzter
Diamantisch reizen die Fernen...«
Plötzlich wurde ich ruhig, matt und boshaft.
Niemand gab auf mich acht. Wir waren ja so betrunken, so betrunken...
Jetzt musste ich mich quälen, den bittern Kelch bis auf die Hefe leeren, ich musste mich mit unerhörter Lüsternheit selbst quälen, wenn ich auch dabei vergehen, hu — verrecken sollte.
Die Deklamation war zu Ende, ich heuchelte eine maßlose Begeisterung: