Ich und mein Sohn, wir beide ewig und schmerzgeboren, wir beide mächtig in dem Größenwahne unsrer Nichtigkeit.

Um meinen Schreibtisch spielt mein Sohn mit dem Kaninchen, dem weißen, rotäugigen Kaninchen. Ich liebe meinen Sohn; er ist die große Idee meiner Vernichtung. Tag für Tag zerstört er mir ein Stück meines Daseins durch seine Mutter.

Und mein blonder Sohn ist schön und klug mit diesen mystischen Augen und den schmerzhaften Zügen.

Und eine Flut von Erinnerungen stürzt über mich; mein Gehirn wühlt sich zurück und sieht die Zeit, als der Jubel des werdenden Vaters in mir jauchzte.

Damals warst du so jung, und deiner Brüste schwellende Keime pochten scheu an deine harte, frische Haut mit wachem Verlangen.

Damals warst du so schön, und über dein Gesicht hin lag es wie ein Dunsthauch über der hoffenden Frühlingserde.

Mit zwei Sternaugen sahst du mich an, unschuldig, sündlos, unwissend; dein Blick kam über mich, wie aus einer fremden Welt, aus einer grauen Vergangenheit.

Etwas Fremdes, Fernes — ja; denn aus diesen Mädchenaugen zuckte zu mir her der Strahl des Willens, der das Daseinswort, das uns geschaffen, erst erfüllen sollte.

Kind, Geliebte! Der Messiasgedanke eines großen Gottes, auf dass der Menschenewigkeit kein Ende werde.

Und erinnerst du dich?