Unter meinem Arme führt’ ich dich, stolz, weil alle Menschen uns um unser Glück beneideten. Durch den schwarzen, einsamen Park, durch das heimliche Rauschen der Blätter, durch das mystisch hochzeitliche Zittern der Natur führten wir uns an den Teich. Rings im Kreise standen silberblass die Pappeln, und der Himmel tauchte unter in der glatten Flut mit seiner sternenglühenden Ewigkeit und blickte so verführerisch zu uns herauf mit seiner selbstgewissen Pracht.
Und da war es still und Wollust in uns, und du zittertest in meinen Armen.
Nachtschauer schnitten mir mit leisen, sammetweichen Stichen durch die Glieder, und der Himmel blühte von Millionen sechsblätteriger Sternenkelche — hei, wie lachte die Himmelswiese mit den glühenden Sternenblumen!
Und wir beide so trunken von unserm Glück, und wir beide in einander versinkend und verflochten wie zwei Sterne zweier Hemisphären, und wir beide in einander gewirkt wie Tugend und Sünde, Unschuld und Verbrechen. Und schwellend keimte der Same.
Geliebte, Weib. Heilige, du meiner Seele zuckendes Herz, du meines Weltenhirnes kreisende Achse: meiner Zukunft ewiges Schicksal gebierst du mir!
Um deine Stirne wind’ ich einen Kranz, gewunden aus den großen, blutenden, schwarzen Blumen meiner Sehnsucht, und in das taube, weite Sturmgewand meiner verzweifelten Nöte hülle ich dich ein, und einen Sternenregen goldener Kindesvergangenheit schütte ich auf dich herab, du meine Heilige, Gottgeschwängerte!
Und alles schwindet, sinkt. Nur Du: Du über tausend Jahre hingestreckt. Du durch Millionen Weltenräume ausgebreitet. Du an meinem Herzen —
Ehebrecherin du!
VII
Eine Sonne sah ich, sie war rot wie Purpurblut, und die Wolken ringsherum, wie wenn der Himmel verbluten wollte.