Hinter uns auf einem Hügel, eine dicke schwarze Masse, steht die Kirche.

Es ist Allerseelentag.

Über, um uns, wie ein Alpdruck wahnsinnigsten Grauens, die Nacht.

Jetzt werden die Toten aus ihren Gräbern auferstehn und in die Kirche gehen. Der alte tote Priester wird das Ornat umnehmen, das auf dem Altar liegt, wird das große, silberbeschlagene Messbuch lesen, und in der ganzen Kirche nichts als das schaurige Geklapper von Gerippen, nichts als das öde Grabesschwarz, das in den dumpfen Augenhöhlen brütet, nichts als das Grinsen der weißen Zähne und das Leuchten weißer Leinentücher. Und sie stehen da, um den schwarzen Sarg, der auf dem Katafalk steht; sie stehen da, in dem unheimlichen, schwachen, gelblichen Schein der faustdicken Totenkerzen.

Angstschweiß bricht aus allen Poren meines Körpers, fester halt’ ich die Hand der Mutter, und ich fühle, wie sie zittert.

Wir gehen schneller und schneller, ich keuche, kaum kann ich mehr atmen.

Da plötzlich, an einem Baum, ein Geräusch, wie vom Anstreichen eines Schwefelhölzchens, und im selben Nu taucht aus dem Dunkel eine Gestalt in schwarzen, kotigen Lumpen, einen jungen Baumstamm in der einen Hand, in der andern eine Totenkerze.

Ich sehe das gelbe, flackernde Licht, ich sehe das grässliche Grinsen und zwei Augen, aus denen der Wahnsinn wilde Phosphoreszenzen wirft.

Und jetzt ein pfeifender Ton: der Wahnsinnige hebt seine Keule hoch, er schwingt die Kerze hin und her.

Meine Mutter fällt in die Knie, ich will schreien, bringe keinen Laut von mir.