IX

Und nun still, so still, dass jeder Ton in der Luft hängen bleibt, dass jeder Lichtstrahl in der Atmosphäre taub wird.

Kein Ton und kein Licht...

Ich liege da, so weich gebettet, so still um mich herum, so weich und still.

Und dieses melancholische Dunkel, dieses lustmüde, kranke Dunkel mit den fieberheißen, pochenden Schläfen.

Die Rosen ganz welk. Wie sie zittern in dem düstern Flor des Dunkels, und in den Urnen ihrer Kelche ruht der Tod, und die Blätter fallen ab — wie Töne einer berührten Saite...

Und wieder seh ich dich wie einst, in deiner nackten Gliederpracht; doch du bist mir fern, und ich sehe dich an mit dem kalten Blick gestillter Brünste.

Mein großes Auge, die Weltensonne, hat dich aus der Dunkelheit herausgehoben. Mein kosmischer Wille hat in dir die Ewigkeit besucht. Du warst das lächerliche Spielzeug, das unter meinen Händen zum Fetisch, zum heiligen Idol wurde. Ich habe in dir die Lüste geweckt und dir ewig neue Reize angedichtet — doch jetzt ist mein Blick für dich erloschen, nicht mehr schlägt das Herz in den Rhythmen deiner Lust.

Nein, nein!

Du nicht, mit deines Leibes lockenden Lüsten.