Du nicht, mit deines Schoßes tierischer Brut.

Dich brauch ich nicht, und gleichgültig ist mir mein blonder Knabe, dies lächerliche Stück Unsterblichkeit...

Doch Du in mir, Du meines Hirnes ewige Gefährtin. Du meines Herzens uferlose Macht —

Du nur, Du zerlegt in tausend Flächen, Du zerstäubt in tausende Stäubchen Duftreiz —

Du in Milliarden Lichtfunken —

Du, zersiebt, zerflockt, zerfasert in tausend Stimmungen, in tausend träufelnde Gefühle —

Du, die Abendröte über dem herbstlichen Feld —

Du, der mystische Reiz der Religionen, Du warst und bist meine Unsterblichkeit:

Du meine große, heilige Kunst!

Verschwunden ist mir deines Leibes Pracht und vergessen; doch Du in Mir bist der Aufgang einer neuen Welt. Neue Instinkte habe ich geschaffen, tausend schlummernde Organe zum Genuss erweckt, tausend neue Verbindungen in hundert Gehirnen gestiftet, und das alles seh’ ich zeugen fort und fort, und das alles seh ich sich durch kommende Geschlechter mehren, und sehe neue Kulturen wachsen, und feinere Zuchtwahl seh ich tätig — in die Unendlichkeit des Menschengeschlechtes lebe Ich durch Dich...